Die Deutsch-Kasachische Universität (DKU) veranstaltete gemeinsam mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften beim Präsidenten der Republik Kasachstan die internationale Konferenz „Kaspisches Meer: Herausforderungen, Perspektiven und Chancen für eine nachhaltige Entwicklung“. Die Veranstaltung fand mit Unterstützung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Hanns-Seidel-Stiftung statt und brachte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Expertinnen und Experten, Vertreter staatlicher Stellen, internationaler Organisationen und der Wirtschaft aus Kasachstan und anderen Ländern zusammen.
Die Teilnehmenden diskutierten zentrale Herausforderungen für die Kaspische Region – den sinkenden Meeresspiegel, den Klimawandel, den Zustand der Wasserressourcen und der Biodiversität sowie deren Auswirkungen auf ökologische Sicherheit, Infrastruktur, Energieversorgung und wirtschaftliche Entwicklung.
Der Präsident der Deutsch-Kasachischen Universität, Prof. Dr.Wolrad Rommel, betonte die Bedeutung der Bündelung internationaler wissenschaftlicher Expertise zur Bewältigung der Herausforderungen der Kaspischen Region.
„Um die Probleme des Kaspischen Meeres zu lösen, wollen wir internationale Forschende und Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachbereichen zusammenbringen – nicht nur aus Kasachstan und Deutschland. Auf Grundlage der Erfahrungen europäischer Länder planen wir den Aufbau eines breiten wissenschaftlichen Netzwerks, das Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres und den Ländern Zentralasiens miteinander verbindet. Dieser Ansatz ermöglicht den Austausch von Wissen und Erfahrungen, die Entwicklung gemeinsamer Forschungsprojekte und die Suche nach Lösungen, die den Besonderheiten der gesamten Region Rechnung tragen“, betonte Wolrad Rommel.
Eines der zentralen Themen der Konferenz war der interdisziplinäre „Land–Wasser–Energie–Biodiversität-Nexus“, der natürliche Ressourcen, Energie, Wirtschaft und ökologische Nachhaltigkeit als miteinander verbundene Elemente eines einheitlichen Systems betrachtet.
Die Entwicklung des Nexus-Ansatzes ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der DKU. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurde auf der Grundlage der Kasachischen Nationalen Agrarforschungsuniversität (KazNARU) unter der Leitung der Nationalen Akademie der Wissenschaften beim Präsidenten der Republik Kasachstan das Kasachisch-Deutsche NEXUS-Institut gegründet. An der Gründung waren die Deutsch-Kasachische Universität und die Hanns-Seidel-Stiftung beteiligt.
Zu den wichtigsten Arbeitsfeldern des NEXUS-Instituts gehören die Ausbildung von Fachkräften und die Durchführung von Forschungsarbeiten im Bereich Wasserressourcenmanagement und Klimawandel sowie die Digitalisierung des Wassersektors unter Berücksichtigung deutscher und europäischer Erfahrungen und der Mechanismen der grenzüberschreitenden Koordinierung von Wasserressourcen in Zentralasien. Im Rahmen der Konferenz wurde außerdem die Arbeit der Nationalen Akademie der Wissenschaften Kasachstans an der Entwicklung der intelligenten Plattform DeepBas für die räumlich-zeitliche Analyse und das Management von Wasserressourcen vorgestellt. Perspektivisch können ähnliche digitale Lösungen auch für Aufgabenstellungen in der Kaspischen Region eingesetzt werden.
An der Konferenz nahmen Vertreterinnen und Vertreter der DKU, des diplomatischen Korps und internationaler Stiftungen sowie Expertinnen und Experten aus Kasachstan, Deutschland, Russland, China, Aserbaidschan, Finnland und weiteren Ländern teil. Als nächster Schritt ist ein praxisorientierter Workshop geplant. Auf dessen Grundlage soll ein analytisches Papier mit Empfehlungen zur Erhaltung und Wiederherstellung des Ökosystems des Kaspischen Meeres erarbeitet werden.
Die Konferenz war ein weiterer Schritt zur Entwicklung der internationalen Partnerschaften der DKU und zur Stärkung der Rolle der Universität in wissenschaftlichen und Bildungsinitiativen im Bereich der Wassersicherheit, der Klimaresilienz und der nachhaltigen Entwicklung Zentralasiens.