Das Deutsch-Kasachische Institut für Nachhaltige Ingenieurwissenschaften (KINI) in Aktau ist ein gemeinsames Projekt der Sch.-Jessenow-Universität und der Deutsch-Kasachischen Universität (DKU). Das Institut ist auf die Ausbildung von Ingenieurfachkräften sowie auf angewandte Forschung ausgerichtet, die für die nachhaltige Entwicklung der Region Mangistau von zentraler Bedeutung sind.
Initiiert wurde das Projekt von dem deutsch-schwedischen Unternehmen Svevind, das den Bau eines der weltweit größten Produktionskomplexe für grünen Wasserstoff plant. Die Umsetzung solcher Großprojekte erfordert eine große Zahl qualifizierter Fachkräfte in den Bereichen Energie, Elektrotechnik, Verfahrenstechnik und Systemtechnik sowie intensive wissenschaftliche Forschung.
KINI entspricht der Strategie Kasachstans zur Entwicklung von Wissenschaft, Technologie und Innovationen und ist Teil der staatlichen Politik zur Ansiedlung führender ausländischer technischer Hochschulen. Die Finanzierung erfolgt über erhöhte staatliche internationale Stipendien sowie mit Unterstützung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Die langfristige politische Unterstützung ist durch ein Memorandum zwischen den Regierungen Kasachstans und Deutschlands gesichert.
Im Bildungsbereich plant KINI, die Zahl der Studierenden innerhalb von sieben Jahren auf 1.000 zu erhöhen. Bereits heute studieren hier rund 150 Bachelorstudierende in den Bereichen Energie- und Umwelttechnik, Mechatronik, Verfahrenstechnik, Industrial Engineering und Logistik. Zu den deutschen Partnerhochschulen von KINI zählen die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg), die Technische Hochschule Wildau, die Hochschule Hof und die Hochschule Mittweida. Das Studienangebot und die Partnerschaften sollen künftig weiter ausgebaut werden.
Im Rahmen des vomDAAD geförderten Projekts AKTANTEN entwickeln die Technische Universität Berlin gemeinsam mit der Technischen Universität Darmstadt und der HAW Hamburg Masterstudiengänge in Logistik und Energiemanagement sowie ein Promotionskolleg am KINI. Die Forschungsschwerpunkte liegen auf Energiewende, grünem Wasserstoff, Mobilität, Logistik und nachhaltiger regionaler Entwicklung.
Auf dem Campus der Sch.-Jessenow-Universität entsteht zudem ein moderner Gebäudekomplex für Lehre, Forschung und Verwaltung des KINI. Darüber hinaus dient das Institut als Plattform für den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Ein Beispiel dafür ist der Aktauer Dialog „Grüner Wasserstoff“, der künftig jährlich stattfinden soll.